Mega CD / SEGA CDDas MegaCD würde zum ersten Mal auf der Tokio Game Show 1991 in Japan gezeigt. Am 1. Dezember 1991 kam es dann zum Preis von ¥49800 auf den Markt. Im ersten Jahr nach dem Release verkauft SEGA ca. 100.000 Geräte. Sie hätten mehr verkaufen können, wenn der Preis nicht so hoch gewesen wäre. In den USA wurde es auf der CES in Chicago im März 1992 mit einem vermeintlichen Erscheinungstermin im November vorgestellt. Ausgeliefert wurde es aber schon am 15. Oktober für US$ 299. Im Frühjahr 1993 waren wir – die Europäer – dran. Leider wurde der Preis in Europa recht hoch angesetzt, sodass sich letztendlich nur 4% aller MegaDrive Besitzer ein MegaCD holten. In England gab es noch die größte Anhängerschaft. Dort wurde vom Debüt im April bis August 60 000 von den 70 000 ausgelieferten Einheiten abverkauft.
Das MegaCD kam kurz nach dem SNES auf dem Markt und wurde veröffentlicht als SEGA Verluste bei den Abverkäufen vom MegaDrive hinnehmen musste. Das AddOn war die erste kommerziell erfolgreiche CD-ROM Konsole. Um die Kosten zu senken und dem Design des neuen MegaDriveII gerecht zu werden, wurde das MegaCDII entwickelt, dass keinen Front-, sondern einen günstigen Toplader hatte und rechts neben dem MegaDrive platz nahm. In einigen Europäischen Ländern wurde das MegaCD erst mit erscheinen des MegaCDII eingeführt.

Die für damalige Verhältnisse immense Speicherkapazität der CD wurde meistens in der Form von Full Motion Videos (FMV) in den Games verschwendet. Leider, denn auf der 16-bit Konsole sahen die Videos sehr pixlig und verschwommen aus. Das Entwickeln dieser Spiele konnte dennoch nicht gestoppt werden. Oftmals wurden auch nur MegaDrive Spiele neu aufgelegt und beinhalteten neben mehr Level noch einige Videos und CD-Soundtracks.

Mega CD / Sega CD LogoDas MegaCD wurde zwar vernünftig verkauft, jedoch nicht so gut, wie es hätte verkauft werden können. Schuld daran waren die Spiele.

Als SonicCD [Hey, handelt diese Website nicht von diesem Spiel ;-) ] veröffentlicht wurde, schossen die Verkäufe in die Höhe, genauso wie beim MegaDrive, als dort Sonic sein Debüt feierte.

Multi Mega Sega MegaCDSpäter wurde noch eine Kombination von MegaDrive und MegaCD in kleiner kompakter Form unter dem Namen „MultiMega“ zum Preis von sagenumwobenen 999,-DM (ca. 510€) veröffentlicht. Dieses Gerät konnte auch als Discman genutzt werden, und ist kompatibel zu allen MegaDrive und MegaCD Spielen.

Auch wenn es einen riesigen Hype um das MegaCD gab, hatte auf Grund des hohen Preises nicht jeder eines, der auch tatsächlich eines haben wollte.

Aufgrund es schlechten Supportes wurden nicht so viele Spiele entwickelt. Das war aber nicht der einzige Fehler, der dazu bei trug, dass das MegaCD sich später nicht so gut entwickelte wie noch am Anfang. 1993 überschwappt eine Welle von Gewalt in Spielen (besonders Night Trap) die Nation. Nintendo verlor massig an Boden und war somit nicht mehr Marktführer. Aber dann attaktierte Nintendo SEGA und machte SEGA für alle Gewalt in Videospielen verantwortlich. Viele Händler nahmen die Games in der Angst vor öffentlichen Protesten aus den Regalen, was letztendlich zum Einbruch der Verkäufe führte. Um den Druck der Öffentlichkeit entgegenzutreten führte SEGA die erste „Alterskontrolle“ bei den Spielen ein.

Das MegaCD wurde im Jahre 1994 durch eine Kombination aus MegaDrive, MegaCD und MegaDrive32X technisch aufgewertet, was aber keine kommerzielle Bedeutung erlangte, da der 32X Zusatz nach ca. 20 erschienenen Games spurlos vom Markt verschwand. Eines der wenigen Kombinationsspielen ist FahrenheitCD32X.

Trotzdem hielt sich das MegaCD bis 1996 als ein Stern am Himmel der Videospiele und ist heute als Sammlerstück extrem begehrt.